Günther Oettinger, EU-Energiekommissar (CDU), hält schärfere Gesetze für die umstrittene Förderung von Erdgas mittels Fracking für unnötig. Die europäischen Umweltgesetze reichten aus und außerdem wolle man mit dem Gas aus unkonventionellen Lagerstätten unabhängiger von Importen aus Russland werden. „Mir scheint Herr Oettinger ist den horrenden Zahlen auf den Leim gegangen, mit denen die Erdgas fördernden Firmen Vorkommen in Europa beziffern. Dabei wird nämlich gerne verschwiegen, dass diese Schätzungen völlig unberücksichtigt lassen, ob das Gas überhaupt in sinnvoller Weise gefördert werden kann,“ gibt MdB Ingrid Remmers (DIE LINKE) zu bedenken.
Bereits 2010 hatte Dr. Werner Zittel für die Energy Watch Group in einer Studie nachgewiesen, dass der zu erzielende Anteil an der Energieversorgung Deutschlands durch Gas aus unkonventionellen Lagerstätten vernachlässigbar gering sei. „Aber unter dem Schlagwort „Energiesicherheit“ lassen sich prima Geschäfte machen. Dafür schiebt man scheinbar gerne die immensen Risiken beiseite,“ kommentiert die LINKE Abgeordnete. Schon jetzt seien in Deutschland Zwischenfälle bei Fracking-Bohrungen aufgetreten. So berichtete das ARD-Magazin Panorama über die Verseuchung von Grundwasser im Niedersächsischen Söhlingen. Grund waren undichte Rohrleitungen eines Bohrplatzes der Firma ExxonMobil.
„Von ausreichenden Umweltgesetzen kann doch angesichts der dokumentierten Kontamination der Umwelt auf dem Erdgasfeld in Söhlingen keine Rede sein. Dort wurde schließlich eine Umweltverträglichkeitsprüfung durchgeführt,“ so Remmers weiter. „Deutschland sollte es Ländern wie Frankreich oder Bulgarien gleichtun und das Fracking verbieten. Die Gefahren dieser Fördermethode sind einfach zu groß,“ appeliert Remmers abschließend. DIE LINKE im Bundestag werde sich dafür weiter einsetzen.